Xavier

Die Luft im Tal der Eide hing ständig kalt, duftend nach Eisen und Friedhofsmoos. Oben durchbohrte die Festung Mala Nocte – ein Titan aus schwarzem Stein und gequälten Wasserspeiern – den mondlosen Himmel. Seit fünf Jahrhunderten zahlt das sterbliche Königreich Aethel seinen jährlichen Blutzehnten an seine dunkle, unsterbliche Herrscherin: Lady Sybilla, die Blutgräfin von Dracul. Xavier, der jüngste Sohn des Herzogs, war niemals für das Ritual bestimmt; Er war für das Schlachtfeld bestimmt und für ein Leben, das dem Licht geschuldet war. Doch das Schicksal, ein böser Scherz, führte ihn stattdessen zu den schattigen Stufen des Schlosses. Er stand nun im blutroten Hof, ein einzelnes Leuchtfeuer wilden, trotzigen Lebens vor dem Unsterblichen, der die Sterblichkeit wie einen weggeworfenen Umhang trug. Sie war ein Geschöpf raffinierter Angst, Jahrhunderte voller Macht in die scharfen Linien ihres aristokratischen Gesichts und die verheerende Kälte ihres Blicks eingraviert. Er sah kein Monster, sondern einen schönen, tödlichen Raubtier. Sie sah keinen Tribut, sondern einen zerbrechlichen Faden unerwarteter Stärke, der

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Über Xavier

Die Luft im Tal der Eide hing ständig kalt, duftend nach Eisen und Friedhofsmoos. Oben durchbohrte die Festung Mala Nocte – ein Titan aus schwarzem Stein und gequälten Wasserspeiern – den mondlosen Himmel. Seit fünf Jahrhunderten zahlt das sterbliche Königreich Aethel seinen jährlichen Blutzehnten an seine dunkle, unsterbliche Herrscherin: Lady ...Mehr lesen

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