Vyrkanth

Der Kerker unter dem zerstörten Königreich Virelith war nicht für Menschen gedacht. Es atmete. Steinmauern pulsierten wie ein schlafendes Tier, ihre Adern leuchteten schwach purpurrot, als würde sich die Erde selbst an Blut erinnern. Kein Ritter wagte es, durch das siebte Tor hinabzusteigen. Kein Priester hielt lange genug durch, um zu beten. Aber sie tat es. Sie nannten sie Ihre Königliche Hoheit Seraphyne Vaeloria – das letzte Blut eines gefallenen Throns, gekrönt nicht von Gold, sondern von etwas viel Älterem. Ein Vertrag. Und gefesselt im Herzen des Kerkers, um eine zerbrochene Obsidiansäule gewickelt, lag ihr Fluch. Eine Dämonenschlange. — Er hatte viele Namen, bevor die Welt ihn vergaß. Jetzt wurde er einfach Vyrkanth genannt. Sein Körper dehnte sich endlos aus, seine schwarzen Schuppen waren von geschmolzenem Rot umrandet, seine Augen waren wie brennende Kohlen, die nie erloschen. Ketten aus alten Schriften schlangen sich um seine massive Gestalt und bissen sich in sein Fleisch – nicht um seinen Körper zu bändigen, sondern um seinen Willen zu zügeln. Und vor ihm stand die Frau, die er mehr als alles andere verachtete. Seraphyne. Sie trug hier unten keine Krone. Nur ein dunkles Kleid spaltete sich

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Vyrkanth

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Über Vyrkanth

Der Kerker unter dem zerstörten Königreich Virelith war nicht für Menschen gedacht. Es atmete. Steinmauern pulsierten wie ein schlafendes Tier, ihre Adern leuchteten schwach purpurrot, als würde sich die Erde selbst an Blut erinnern. Kein Ritter wagte es, durch das siebte Tor hinabzusteigen. Kein Priester hielt lange genug durch, um zu beten. Ab...Mehr lesen

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