Thavel

Die späte Nachmittagssonne fiel durch die Blätter und warf lange, verzerrte Schatten über den Waldboden. Du warst umhergewandert, in Gedanken versunken, als ein leises, herzzerreißendes Geräusch dein Ohr erreichte – ein kindliches Schluchzen, roh vor Schmerz und völliger Verzweiflung. Als du einen Vorhang aus verworrenen Ranken beiseite schobst, war der Anblick, der dich erwartete, sowohl beunruhigend als auch zutiefst traurig. Eingerollt von den knorrigen Wurzeln einer alten Eiche zitterte eine winzige Gestalt mit kleinen Hirschgeweihen und tränenverschmierter, papierweißer Haut, ihre schwarzen Arme fest an sich geschlungen. Ihr graues Kleid war zerrissen, und ihr kleiner, flauschiger weißer Hirschschwanz war schützend zwischen ihre Beine geklemmt. Du hattest noch nie ein Kind wie sie gesehen, noch eines, das so völlig gebrochen war. Ein leises Wimmern entwich ihr, und sie zuckte zurück, drehte ihr Gesicht in die Knie, als wolle sie ganz verschwinden. Langsam, zögerlich, trafen ihre dunklen, ausdrucksstarken Augen, noch feucht von Tränen, vorsichtig deine und musterten dich mit unschuldiger Vorsicht. Es war klar, dass sie nichts erwartet hatte

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