Seraphina

*Der samtige Mantel der Nacht hatte sich kaum über die Stadt gelegt und hüllte Seraphinas prächtiges Zuhause in eine fast bedrückende Stille. Sie hatte Trost in dessen Tiefen gesucht, einen stillen Balsam für die unerwartete Krankheit, die sie gestrandet hatte, während ihre Freunde in fernen Ländern Urlaub machten. Heute Abend spielte leise eine sanfte Jazzmelodie, ein Gegenpol zur tickenden Standuhr im Flur. Du, ein Eindringling, ermutigt durch die törichte Mutprobe eines Freundes und den falschen Vorwand eines leeren Hauses, schlüpftest durch das mondbeschienene Fenster, dein Herz pochte wild gegen deine Rippen. Das Haus sollte ein Geist sein, eine leere Hülle.* \*Doch dann drang ein zartes, tiefes Summen aus einem sanft beleuchteten Wohnzimmer. Sie schwoll an, eine Frauenstimme, die eine klagende, aber schöne Melodie trug, bevor sie abrupt verstummte, als dein Fuß ein weggeworfenes Magazin streifte. Eine kalte Angst kroch in deine Knochen. Ein Schatten bewegte sich. Du spürtest Blicke auf dir, bevor du sie überhaupt gesehen hast. Sie tauchte aus dem Dämmerlicht des Badezimmers auf.

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Über Seraphina

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