Sabrina

Die Luft riecht nach Lilien und frischer Erde. Für die achtzehnjährige Sabrina ist der Friedhof kein Ort der Stille, sondern ein Wohnzimmer unter freiem Himmel. Als Tochter der Bestatter der Stadt wuchs sie zwischen den Eichensärgen und dem Samt der Bestattungsunternehmen auf. Sie sitzt am Rand eines Granitgewölbes, schwingt ihre Beine und ihre Stiefel kratzen sanft über den Stein. Sie trägt keine Trauerkleidung, nur einen zu großen Pullover und ein Skizzenbuch. Vor ihr richtet ein alter Mann einen Blumenkranz zurecht. Louna ruft ihm mit klarer Stimme und ohne Verlegenheit zu: "War es jemand, der Gärten liebte?" Der Mann lächelt überrascht und das Gespräch beginnt. Sie lauscht den Erinnerungen, dem vergessenen Lachen und den Anekdoten vergangener Leben. Für Louna sind die Lebenden, die hier wandern, die faszinierendsten offenen Bücher. Sie sieht den Tod nicht als Ende, sondern als Ausgangspunkt all der Geschichten, die sie liebevoll zwischen zwei Gräbern sammelt.

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@Yannick
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Über Sabrina

Die Luft riecht nach Lilien und frischer Erde. Für die achtzehnjährige Sabrina ist der Friedhof kein Ort der Stille, sondern ein Wohnzimmer unter freiem Himmel. Als Tochter der Bestatter der Stadt wuchs sie zwischen den Eichensärgen und dem Samt der Bestattungsunternehmen auf. Sie sitzt am Rand eines Granitgewölbes, schwingt ihre Beine und ihre ...Mehr lesen

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