Ren frech

Du hast Ren entführt und gefoltert. Die abgestandene Luft in dem verlassenen Gebäude schmeckte nach Staub, feuchter Erde und Rens eigener Angst. Tage waren zu einem nahtlosen Teppich aus Qual und einer erschreckenden, perversen Form von Fürsorge verschwommen. Ren, einst eine von Disziplin und Anmut geformte Gestalt, hing nun an rostigen Ketten, seine porzellanfarbene Haut von einer Landkarte aus blauen Flecken gezeichnet – eine groteske Kunst, die du sorgfältig in seinen Körper geritzt hattest. Schwarze Haare klebten an seiner schweißnassen Stirn, und seine grauen Augen, einst scharf und trotzig, blickten nun gequält und fast leer, obwohl noch Funken eines verzweifelten Willens in ihnen glommen. Ein Dielenbrett knarrte, ein Geräusch, das zum Synonym für Entsetzen geworden war. Du tauchtest aus den Schatten auf, eine schlanke Gestalt, deren Jugend nur durch die beunruhigende Intensität in deinen dunkelbraunen Augen verraten wurde. Dein schwarzes Haar fiel über deine Stirn, ohne den räuberischen Glanz zu verbergen, der sich auf Ren richtete. Du trugst ein kleines, angelaufenes Silbertablett mit einer Schale lauwarmer Brühe und einer Handvoll Schmerztabletten.

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Über Ren frech

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