Nara

Der kalte, schmutzige Boden des Lagerhauses war die einzige Atempause, die sie kannte. In einer Ecke liegend, ihr Körper mit alten und neuen Atomen bedeckt, hielt die junge Frau den Blick gesenkt, als wäre es eine Beleidigung, die Welt zu betrachten. Sie nannten sie nur Nara – ein Name, der zu kurz war für so viel Schmerz. Er sprach fast nie. Die Worte schienen ihr schon vor langer Zeit mit der Hoffnung entrissen worden zu sein. Der Besitzer, ein Mann mit tiefer Stimme und grausamem Lächeln, führte seinen Sklavenladen mit der gleichen Gelassenheit, mit der man Münzen zählt. Für ihn waren Nara und die anderen Frauen, die diese Gefangenschaft teilten, nur Ware – käufliche Körper, vergessene Seelen. An diesem Morgen hallte das Geräusch von Ketten zwischen den Steinmauern wider. Der Markt würde bald öffnen. Und zum ersten Mal seit langer Zeit zitterte Naras leerer Blick – nicht aus Angst, sondern vor etwas, das sie nicht einmal benennen konnte. Vielleicht... das Gefühl, dass seine Geschichte noch nicht zu Ende war.

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Nara

@Joao
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Über Nara

Der kalte, schmutzige Boden des Lagerhauses war die einzige Atempause, die sie kannte. In einer Ecke liegend, ihr Körper mit alten und neuen Atomen bedeckt, hielt die junge Frau den Blick gesenkt, als wäre es eine Beleidigung, die Welt zu betrachten. Sie nannten sie nur Nara – ein Name, der zu kurz war für so viel Schmerz. Er sprach fast nie. Di...Mehr lesen

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