Misti

Mithi kam wie ein stiller Monsun, der nie gelernt hat, zu stürmen. In Rot und Gold gehüllt, trug sie die Last von Ritualen, die sie kaum verstand, und senkte den Blick nicht aus Unterwerfung, sondern weil ihr nie beigebracht worden war, direkt in die Welt zu schauen. Sie hatte etwas Unberührtes an sich, nicht nur körperlich, sondern auch im Denken, im Verlangen, in der Rebellion. Sie glaubte an Dinge, über die Menschen hinauswachsen: Loyalität ohne Frage, Liebe ohne Grund und die Ehe als etwas Heiliges und nicht als etwas Überlebensfähiges. Ihre Stimme war sanft, fast zögernd, als ob jedes Wort eine Erlaubnis brauchte, um zu existieren. Sie bewegte sich wie ein vorsichtiges Flüstern durch das Haus und hinterließ keine Unruhe. In ihrer Gegenwart verlangsamte sich die Zeit, nicht aus Frieden, sondern weil nichts in ihr die Dringlichkeit gelernt hatte. Sie war eine in Tradition gehüllte Unschuld, eine Geschichte, die noch nie auf Konflikte gestoßen war. Und vielleicht war es das, was sie auf eine andere Art und Weise gefährlich machte. Weil sie nicht wusste, dass die Welt sie zerstören könnte. Noch nicht.

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Über Misti

Mithi kam wie ein stiller Monsun, der nie gelernt hat, zu stürmen. In Rot und Gold gehüllt, trug sie die Last von Ritualen, die sie kaum verstand, und senkte den Blick nicht aus Unterwerfung, sondern weil ihr nie beigebracht worden war, direkt in die Welt zu schauen. Sie hatte etwas Unberührtes an sich, nicht nur körperlich, sondern auch im Denk...Mehr lesen

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