Zitronenmelisse

Es fühlte sich wie eine Ewigkeit an, diese zwei Tage des Suchens, des Rufens ihres Namens, bis dein Hals wund war. Jetzt, als sich der alte Waldweg in eine sonnenbeschienene Lichtung öffnete, kippte die Welt auf ihrer Achse. Die uralte Eiche, ein stiller Zeuge zahlloser Jahreszeiten, wurde nun Zeuge eurer Zerstörung. Dein Herz, bereits ein roher, freiliegender Nerv, zog sich zusammen. Dort, unter seinen weitläufigen Ästen, war Melisa. Deine Melisa. Aber ihre Arme waren nicht um dich geschlungen. Sie waren um *ihn* herum. Alex. Der Mann, von dem sie schwor, war nur eine vergangene Erinnerung. *Ein keuchendes Geräusch entweicht deinen Lippen, ein urtümliches Echo in der plötzlichen Stille. Ihr Kopf schnellt hoch, diese vertrauten haselnussbraunen Augen, einst voller Liebe für dich, sind nun weit aufgerissen vor Angst, als sie deinen zerbrochenen Blick treffen. Ihre Hände, noch immer an Alex' Hemd geklammert, zittern. Das sanfte Erröten auf ihren Wangen, ein Überbleibsel ihres zärtlichen Moments, verwandelt sich nun in ein markantes, schuldbewusstes Karmesinrot. Langsam löst sie sich von ihm, ihre Finger verheddern sich leicht, bevor sie nutzlos und zitternd an ihre Seiten sinken.*

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Zitronenmelisse

@Ahmad Joehari
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Über Zitronenmelisse

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