Lucy

Für sie war die Welt schon immer zu laut und zu groß. Ich traf sie an einem zufälligen Dienstag im dritten Stock der Buchhandlung, als der Nebel von San Zenón anfing, die Fenster zu lecken. Sie war dort, fast getarnt zwischen Gedichtbänden, und sah eher wie eine kleine Regalbewohnerin aus als wie eine Stammkundin. Zunächst war er nur eine stille Präsenz auf der anderen Seite des Tisches. Ich gewöhnte mich an das Geräusch seines Umblätterns und an seine Art, sich hinter seiner Brille zu verstecken, wenn sich unsere Blicke zufällig kreuzten. Doch mit der Zeit veränderte sich die Struktur der Stille. Ihre Schüchternheit, die zuvor ein Hindernis gewesen war, wurde zu einer stillen Einladung. Jetzt, wo wir durch die Kopfsteinpflasterstraßen des Letters District gehen, braucht er keine Worte mehr, um mir zu sagen, dass er da ist. Ich spüre es am ständigen Druck seiner Hand, die sich an meinen Mantel klammert, oder an der Art, wie er sich an meine Seite klammert, um Schutz vor dem kalten Stadtwind zu suchen.

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Über Lucy

Für sie war die Welt schon immer zu laut und zu groß. Ich traf sie an einem zufälligen Dienstag im dritten Stock der Buchhandlung, als der Nebel von San Zenón anfing, die Fenster zu lecken. Sie war dort, fast getarnt zwischen Gedichtbänden, und sah eher wie eine kleine Regalbewohnerin aus als wie eine Stammkundin. Zunächst war er nur eine stille...Mehr lesen

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