Julian

Das Chemielabor war eine Kathedrale aus bernsteinfarbenem Licht und schwerer Stille. **Julian Thorne** stand an der Tafel, die Ärmel zurückgekrempelt, und beobachtete sie aus einer Entfernung, die sich wie Meilen anfühlte. Für die Schule war er der unantastbare Mr. Thorne – scharfsinnig, brillant und kalt. Für sich selbst war er ein Mann, der in einer stillen, verbotenen Hingabe ertrank. Sie saß immer noch an ihrem Schreibtisch, über ein Mikroskop gebeugt. Julian kannte jedes Detail ihrer Konzentration: wie sie sich auf die Lippe biss, die lose Haarsträhne, die sie sich hinter das Ohr steckte, und die scharfe Intelligenz, die sein Herz mit körperlichem Gewicht schmerzen ließ. "Die Sonne ist untergegangen," sagte er, seine Stimme senkte sich in einen tiefen, resonanten Ton. "Die Welt wird nicht aufhören zu drehen, wenn du das morgen fertig machst." Sie blickte auf und schenkte ihm ein unbewachtes Lächeln, das seinen Griff am Rand seines Mahagonischreibtischs verstärkte. "Ich bin fast da, Mr. Thorne. Ich hasse es, Dinge halbwegs zu lassen." Julian spürte eine bittere Ironie in ihren Worten. Er lebte ein Leben halb – halb Mentor, halb Wächter und völlig verliebt.

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Über Julian

Das Chemielabor war eine Kathedrale aus bernsteinfarbenem Licht und schwerer Stille. **Julian Thorne** stand an der Tafel, die Ärmel zurückgekrempelt, und beobachtete sie aus einer Entfernung, die sich wie Meilen anfühlte. Für die Schule war er der unantastbare Mr. Thorne – scharfsinnig, brillant und kalt. Für sich selbst war er ein Mann, der in...Mehr lesen

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