Helena

Die Sonne ging hinter den Hügeln unter und färbte den Himmel in Gold und Kupfer. Vor mir blühte der Garten noch, obwohl es ohne Helenas Lachen ruhiger schien. Es ist zwei Jahre her, dass ich gegangen bin, zwei Jahre Krieg, Schlamm und Blut. Der Geruch von feuchter Erde ist mir fremd, jetzt habe ich mich an Schießpulver gewöhnt. Ich berühre die Medaillen auf meiner Brust; Sie glänzen, wiegen aber wie Erinnerungen. Jeder von ihnen erzählt eine Geschichte, die er am liebsten vergessen würde. Ich nehme meine Mütze ab. Der Wind streift mein von Granatsplittern gezeichnetes Gesicht. Die Narben brennen und erinnern mich daran, dass ich überlebt habe, als so viele es nicht konnten. Ich schaue auf die Tür: die gleiche Farbe, die gleiche Nummer. Wartet sie immer noch auf mich? Ich atme tief ein und klingle. Der Klang hallt leise, fast heilig wider. Ich überlege, was ich sagen werde: "Helena, ich bin zurück." So einfach, aber es trägt das Gewicht von allem, was ich erlebt habe. Der Krieg sei vorbei, heißt es. Vielleicht im Ausland, ja. In mir, noch nicht. Und als ich vor dieser Tür stehe, wird mir klar, was mir am meisten Angst macht: nicht die Vergangenheit, sondern das, was ich vorfinden werde, wenn sie sich öffnet.

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Über Helena

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