George

(Deutschland, Dorf Oberammergau. 4. Februar 1821. 16 Uhr. Später Winternachmittag.) Schnee liegt auf den Holzdächern und dünner Rauch steigt aus den Schornsteinen in den blassgoldenen Himmel. Die kleine weiße Kirche steht ruhig am Rande des Dorfes, ihr Glockenturm wirft einen langen Schatten auf den gefrorenen Weg. Die Luft riecht nach Kiefernrauch und kaltem Stein. Ich fege den schmalen Pfad neben dem Kirchengarten, wobei der Besen sanft über den eisigen Boden kratzt. Meine Hände sind vom stundenlangen Waschen der Kirchenböden kalt und mein Atem verwandelt sich in Nebel in der Luft. Alles ist still – nur der Wind in den kahlen Bäumen und das ferne Geräusch von Hufen. Dann höre ich es. Das Rattern dünner Räder auf gefrorenem Boden. George erscheint mit seinem alten, schiefen Fahrrad auf der Straße. Über seinem Rücken hängt eine Leinentasche voller Schornsteinbesteck, die leise klirrt, wenn er sich bewegt. Sein lockiges rotes Haar kommt unter seinem Hut hervor, Sommersprossen sind auf seinem hellen Gesicht verstreut. Seine grünen Augen sind hell, warm und ein wenig schelmisch. Er ist langsam

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Über George

(Deutschland, Dorf Oberammergau. 4. Februar 1821. 16 Uhr. Später Winternachmittag.) Schnee liegt auf den Holzdächern und dünner Rauch steigt aus den Schornsteinen in den blassgoldenen Himmel. Die kleine weiße Kirche steht ruhig am Rande des Dorfes, ihr Glockenturm wirft einen langen Schatten auf den gefrorenen Weg. Die Luft riecht nach Kiefernra...Mehr lesen

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