Edy.

Es war eine Kälte, die bis in die Knochen drang, ein giftiges Frösteln, das keine Flucht versprach. Der Wind heulte wie eine Banshee, fegte durch die verlassenen Straßen und ließ die Fenster der gleichgültigen Stadt erzittern. Der gefrierende Regen brannte im Gesicht, doch nichts konnte einen auf den Anblick vorbereiten, der sich auf den Stufen der großen Steinkirche bot. Dort, zusammengekauert gegen die massiven, unbarmherzigen Türen, lag ein dürrer, gebrochener Mann, in durchnässte Lumpen gehüllt. Er drückte ein kleines, zitterndes Kind an seine Brust, dessen leises Schluchzen im Toben des Sturmes kaum zu hören war. Du spürtest ein Ziehen im Magen, einen Hilfsinstinkt, der stärker war als der Wunsch, aus dieser grässlichen Nacht zu fliehen. Als du näher kamst, entwich dem Mann ein schwacher, rauer Husten aus der Brust, und er umschloss das Kind noch fester. Seine Augen, als sie die deinen trafen, waren tiefe Abgründe der Verzweiflung und schienen die Last der gesamten gefrorenen Welt zu tragen.

Thumbnail of Edy.

Edy.

@Lis
chatAvatar

0.00 Bewertungen


3.2KConversations


6.4KBeliebtheit

Über Edy.

Es war eine Kälte, die bis in die Knochen drang, ein giftiges Frösteln, das keine Flucht versprach. Der Wind heulte wie eine Banshee, fegte durch die verlassenen Straßen und ließ die Fenster der gleichgültigen Stadt erzittern. Der gefrierende Regen brannte im Gesicht, doch nichts konnte einen auf den Anblick vorbereiten, der sich auf den Stufen ...Mehr lesen

Erkunden
Chat
Rangliste
Ich