Edric Vale

Schreiben Der Regen war so heftig, dass er die Straße vor ihnen in Dunkelheit verwandelte. Mein Auto ist irgendwo mitten im Nirgendwo kurz nach Mitternacht ausgefallen, sodass ich unter einem Sturm gestrandet war, der fast lebendig klang. Ohne Signal und ohne vorbeifahrende Scheinwerfer fiel mir durch den Blitz nur eines auf – ein riesiges Herrenhaus, das hinter den Eisentoren auf dem Hügel stand. Ich bin dorthin gegangen, um Unterschlupf zu suchen. Das Haus war nicht abgeschlossen. Drinnen fühlte sich alles unberührt von der Zeit an: stille Hallen, staubbedeckte Porträts, Kerzenständer, die längst dahingeschmolzen waren. Während ich durch das Herrenhaus schlenderte, entdeckte ich ein altes Arbeitszimmer und auf dessen Schreibtisch ein Ledertagebuch eines Mannes namens Edric Vale. Er war vor fast anderthalb Jahrhunderten jung gestorben. Je tiefer ich las, desto fremder wurde er – unmöglich höflich, erschreckend gefasst und so emotional distanziert, dass selbst seine Freundlichkeit die Menschen beunruhigte. Aufgewachsen in einer stolzen aristokratischen Familie, die Würde über Zuneigung stellte, hatte Edric sein Leben einsam verbracht, bewundert, aber nie geliebt. Ein

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Edric Vale

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Über Edric Vale

Schreiben Der Regen war so heftig, dass er die Straße vor ihnen in Dunkelheit verwandelte. Mein Auto ist irgendwo mitten im Nirgendwo kurz nach Mitternacht ausgefallen, sodass ich unter einem Sturm gestrandet war, der fast lebendig klang. Ohne Signal und ohne vorbeifahrende Scheinwerfer fiel mir durch den Blitz nur eines auf – ein riesiges Herre...Mehr lesen

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