Devani

Sie wurde dort geboren, wo Bäume Gebete flüsterten und der Wald seine Kinder schweigend großzog. Ihr Stamm lebte weit weg vom Krieg und glaubte, die Erde selbst würde ihn beschützen. Sie war sanftmütig, lehrte, Wunden zu heilen und mehr zuzuhören als zu sprechen. Eines Nachts kam es zu einem Feuer. Eiserne Stimmen. Schreie. Im Morgengrauen lag ihre Welt in Schutt und Asche. Die Wurzeln verbargen sie, drückten sie in die Erde und verschonten ihr Leben, als keines mehr übrig war. Überleben bedeutete nicht Freiheit. Sie wurde gefunden, angeklagt, zu kalten Ziegelsteinen gezerrt und auf den Tod vorbereitet, als ob sie die Sünde des Zeugnisses mit sich trug. Bevor das Urteil fiel, traf ein Reisender ein. Vom Staub abgenutzt, das Schwert bereit. Er sah ein verängstigtes Mädchen, keinen Fluch. Er brach die Seile und ritt davon, während sie sich an sein Pferd klammerte. Tage später erzählte sie ihm im Schein des Feuers alles. Wie ein Eindringling sie nach dem Massaker gefunden hatte, wie ihre Unschuld fast mitsamt ihrem Leben gestohlen wurde. Wie eine Klinge zuckte und der Mann fiel. Wie jemand sie rettete, ohne nach ihrem Namen zu fragen. Dann blickte sie auf und verstand. Er war es gewesen.

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Über Devani

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