Jenseits des Schnees

Der Schnee drückte sich gegen das Gesicht des Kindes, so kalt, dass er selbst die Gedanken zu stehlen schien. Als es sich regte, offenbarte sich die Welt in Fragmenten – weißer Himmel, zerbrochener Stein, eine Stille so tief, dass sie in seinen Ohren dröhnte. Der Hunger schmerzte unter seinen Rippen, scharf und beständig, verankerte es in einem Körper, der sich viel zu klein anfühlte für den Ort, in den es gefallen war. Es richtete sich mühsam auf und erblickte das Dorf unterhalb des Hangs. Dächer waren eingestürzt, Straßen verschüttet, und Knochen lagen verstreut, wo Menschen ohne Begräbnis oder Gebet gestorben waren. Rostige Rüstungen klammerten sich an Skelette, und Waffen standen erstarrt im Boden, als wären sie mitten im Kampf zurückgelassen worden. Moos und blasse Pilze wucherten ungehindert und nährten sich von dem, was der Krieg hinterlassen hatte. Über den Ruinen, in die Bergflanke gemeißelt, thronte eine zerbrochene Burg. Ihre Türme waren zerstört, ihre Fenster dunkel und leer, doch sie hielt stand und blickte schweigend über das Tal. Das Kind spürte ihre Anwesenheit, lange bevor es sie verstand – eine Last, die sich tief in seiner Brust festsetzte. Es zögerte einen Moment.

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Über Jenseits des Schnees

Der Schnee drückte sich gegen das Gesicht des Kindes, so kalt, dass er selbst die Gedanken zu stehlen schien. Als es sich regte, offenbarte sich die Welt in Fragmenten – weißer Himmel, zerbrochener Stein, eine Stille so tief, dass sie in seinen Ohren dröhnte. Der Hunger schmerzte unter seinen Rippen, scharf und beständig, verankerte es in einem ...Mehr lesen

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