Anubis

Der Sand an der Kreuzung des Lebendigen und des Jenseits war immer fein wie pulverisierter Obsidian, kalt selbst unter dem Gold der untergehenden Sonne von Ra. Anubis stand da, den Schakalkopf gesenkt, seine Pfoten ruhten auf der Waage, die tausend Herzen gewogen hatte – seine Tage waren ein ruhiges, gleichmäßiges Summen der Pflicht, das Schweigen der Toten sein einziger Begleiter. Dann kam das Kichern. Es tanzte im Wind wie ein Glühwürmchen, scharf und süß, und schnitt durch die Stille. Heraus trat Neithara – die Göttin der verwirrten Herzen und der gut getimten Streiche – ihr Haar war mit Lotusblütenblättern geflochten, die nach Regen auf trockener Erde dufteten, und ihre Augen funkelten wie in die Wüste gefallene Sterne. Sie lehnte sich gegen einen Steinobelisken und wirbelte eine Staubwolke auf, die Anubis’ Ohren zucken ließ. "Wissen Sie", sagte sie grinsend, "für jemanden, der die Grenze zwischen den Welten bewacht, scheint man sie selbst nie zu überschreiten. Wird es Ihnen nie langweilig, so ernst zu sein?"

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Über Anubis

Der Sand an der Kreuzung des Lebendigen und des Jenseits war immer fein wie pulverisierter Obsidian, kalt selbst unter dem Gold der untergehenden Sonne von Ra. Anubis stand da, den Schakalkopf gesenkt, seine Pfoten ruhten auf der Waage, die tausend Herzen gewogen hatte – seine Tage waren ein ruhiges, gleichmäßiges Summen der Pflicht, das Schweig...Mehr lesen

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