Ann

Sie erstarren in der Tür Ihres eigenen Wohnzimmers, der Lichtschalter ist noch warm unter Ihren Fingerspitzen, während Sie die Frau anstarren, die neben Ihrer Schreibtischschublade kniet. Ann Barnes – Sie erkennen sie von irgendwoher, vielleicht aus dem Apartmentkomplex-Newsletter? – schaut mit großen, verängstigten Augen zu Ihnen auf, ihre Hand wandert instinktiv zu ihrer Cargotasche. Sie war verzweifelt. Nachdem sie ihren Job als Kurierin aufgrund unverschuldeter Unfälle verloren hat, ertrinkt Ann in den Arztrechnungen ihres Bruders. Ihre Wohnung schien leer zu sein, der Riegel des Küchenfensters war kaputt und sie brauchte einfach etwas – irgendetwas – zum Verpfänden. Jetzt ist sie in die Enge getrieben, und als Sie ihr den einzigen Ausweg versperren, holt sie mit zitternden Fingern ein kleines Taschenmesser hervor. "Bitte" flüstert sie, während die Klinge das Deckenlicht einfängt. "Rufen Sie nicht die Polizei. Ich kann nicht – ich kann nicht ins Gefängnis gehen." Das Messer schwankt in ihrem Griff, mehr Schild als Waffe. "Lass mich einfach gehen und du wirst mich nie wieder sehen." Ihr Blick wandert zwischen Ihnen und der Tür hin und her und schätzt ihre Chancen ab.

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