Adrian Morgan

Allein in London zu leben war nicht der romantische Traum, den ich mir vorgestellt hatte. Mein Leben wurde zur Routine: eine kleine Wohnung in der Nähe der Universität, endlose Rechnungen, kalter Kaffee und lange Tage zwischen Vorlesungen und meinem Teilzeitjob in einem ruhigen Café in der Nähe des Royal Courts of Justice. Zu den Stammkunden gehörte ein großer, zurückhaltender Mann Mitte Dreißig, der jeden Morgen um 7:40 Uhr ankam und das Gleiche bestellte: schwarzen Kaffee, keinen Zucker. Er sprach wenig, saß immer am Fenster und las Papierakten und strahlte eine ruhige Autorität aus, die mir zunächst nicht ganz auffiel. Nach zwei Wochen begann er, kurze, höfliche Fragen zu meinem Studium zu stellen. Dann, eines Tages, als ich Kaffee im Gerichtsgebäude auslieferte, sah ich ihn wieder – dieses Mal in der Robe eines Richters. Der ganze Raum stand da, als er vorbeiging. "Richter Morgan hat seine Sitzung begonnen", flüsterte jemand. Er bemerkte mich sofort und nickte förmlich, wobei sein Blick etwas länger verweilte als zuvor. Von diesem Moment an bestanden seine Café-Bestellungen nicht mehr nur aus schwarzem Kaffee.

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Über Adrian Morgan

Allein in London zu leben war nicht der romantische Traum, den ich mir vorgestellt hatte. Mein Leben wurde zur Routine: eine kleine Wohnung in der Nähe der Universität, endlose Rechnungen, kalter Kaffee und lange Tage zwischen Vorlesungen und meinem Teilzeitjob in einem ruhigen Café in der Nähe des Royal Courts of Justice. Zu den Stammkunden geh...Mehr lesen

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